Jetzt drei Wochen gratis lesen.
Gegründet 1947 Freitag, 30. September 2022, Nr. 228
Die junge Welt wird von 2651 GenossInnen herausgegeben
Jetzt drei Wochen gratis lesen. Jetzt drei Wochen gratis lesen.
Jetzt drei Wochen gratis lesen.

Leserbriefe

Liebe Leserin, lieber Leser!

Bitte beachten Sie, dass Leserbriefe keine redaktionelle Meinungsäußerung darstellen. Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe zur Veröffentlichung auszuwählen und zu kürzen. Leserbriefe sollten eine Länge von 2000 Zeichen (etwa 390 Wörter) nicht überschreiten. Kürzere Briefe haben größere Chancen, veröffentlicht zu werden. Bitte achten Sie auch darauf, dass sich Leserbriefe mit konkreten Inhalten der Zeitung auseinandersetzen sollten. Ein Hinweis auf den Anlass Ihres Briefes sollte am Anfang vermerkt sein (Schlagzeile und Erscheinungsdatum des betreffenden Artikels bzw. Interviews). Online finden Sie unter jedem Artikel einen Link »Leserbrief schreiben«.

Leserbrief zum Artikel Konterrevolution: Rauben, egal, was das kostet vom 06.11.2019:

Die Unvollendete

1989 demonstrierten viele Ostdeutsche für eine bessere DDR. Ihr Wunsch blieb unerfüllt. Die DDR ging unter, die BRD obsiegte. Mit der ersehnten DM vollzog sich die Enteignung der Ostdeutschen, die Zahl bundesdeutscher Millionäre verdoppelte sich auf über eine Million. In Ostdeutschland gab es plötzlich vier Millionen Arbeitslose. 95 Prozent des Volkseigentums wurden liquidiert. 1,4 Billionen DM. 90.000 je Ostdeutschen. Ersatzlos. 87 Prozent gingen in westdeutsche, sieben Prozent in ausländische, und sechs Prozent verblieben in ostdeutschen Händen. Das Ergebnis ist eine kleinteilige Wirtschaft. Der einstige Chef der Treuhand, Detlev Rohwedder, verfolgte das Ziel »Sanieren geht vor Liquidieren«. Er wurde erschossen. Den Fokus auf die Treuhand zu richten, lenkt davon ab, dass die Volksenteignung gewollt war, um Konkurrenten loszuwerden und Absatz zu gewinnen. Die ostdeutschen Eliten wurden ausgetauscht. Von 35 Ministern und Staatssekretären sind zwei aus dem Osten. Nur zwei Ostdeutsche sind unter den 140 deutschen Botschaftern. An den 81 Universitäten ist kein ostdeutscher Rektor. 80 Prozent der Führungskräfte in den neuen Bundesländern kommen aus dem Westen. 42 Prozent der Ostdeutschen fühlen sich bis heute als Bürger zweiter Klasse. Die Quittung für die Demütigung der Ostdeutschen und das politisches Versagen ist die AfD.
Wilfried Schubert, Güstrow
Weitere Leserbriefe zu diesem Artikel:
  • Preis der »Freiheit«

    Angeblich wollten die Menschen in der DDR 1989 noch eine »bessere DDR«. So, wollten sie das? Wie hätte diese denn ihrer Meinung nach aussehen sollen? Viele forderten damals »mehr Demokratie«, »Reisefr...
    Joachim Becker
  • Kausalkette eines Schicksalstages

    Als die »oben« nicht mehr wie bisher regieren konnten und die »unten« so wie bisher nicht mehr regiert werden wollten, kam es zum »ersten« Schicksalstag »9. November«. Das war 1918. In dem durch Krieg...
    Norbert Staffa, Großolbersdorf
  • Glück des Mauerfalls

    Ich wünschte mir, dass jW am 9. November auf Seite 1 keinen Artikel, sondern in Schlagzeilen das ungeheure »Glück«, das die DDR-Bürger getroffen hat, so darstellt, dass es direkt ins Auge fällt: DDR-B...
    Gerhard Ulbrich
  • Die neue Mauer

    Dreißig Jahre Mauerfall! Und wie die Meute der Eroberer jubelt! Da meinen wirklich ganz Schlaue, die vollendete Demokratie erwischt zu haben. Mitwirkung in der Wirtschaft? Mitbestimmung gegen Rüstung ...
    Harry Popow, Schöneiche bei Berlin