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Leserbrief zum Artikel Die Linke: »Wir haben von Wahl zu Wahl verloren, ohne Ursachen auszuloten« vom 07.09.2019:

Personenkartell

Das Interview mit Klaus Bartl vom 7./8. September ist hervorragend und verdient weite Verbreitung, da Bartl die Gründe für die verlorenen Wahlen schonungslos offenlegt und hervorragend analysiert. Was er über die Kandidatenauswahl für die sächsische Landtagswahl sagt, dürfte für alle Landesverbände mehr oder weniger gelten. Statt Kompetenz in Sachfragen scheint das Hauptkriterium für die Kandidaten und Kandidatinnen ein »Wohlverhalten« gegenüber den Landesvorsitzenden und dem -vorstand zu sein, d. h. Kritik am herrschenden Mainstreamkurs der Parteioberen wird als Störung empfunden und mit aussichtslosen Listenplätzen sanktioniert, oder man wird erst gar nicht bei der Aufstellung berücksichtigt. Bartl nennt das »Personenkartell«.  Dass dies auch zutiefst undemokratisch und einer linken Partei absolut unwürdig ist, scheint keine Rolle zu spielen. Es verprellt aber neue, interessierte, gute Leute, die sich schnell aus dem linken Parteidunstkreis verabschieden. Übrig bleiben meist Karrieristen. Wenn eine linke Partei in einer Regierungskoalition einer Verschärfung des Polizeigesetzes zustimmt, um die Koalition nicht zu gefährden, ist das unerträglich und in keiner Weise links, dann geht es wirklich nur noch um Posten- und Machterhalt. Es ist in der Tat ein historischer Fehler, dass die Linke einige wichtige Politikfelder der AfD überlassen hat, dazu gehört z. B. auch eine radikale EU-Kritik. Ob sich diese eklatanten Fehler auch mit anderem Personal umkehren lässt, wage ich zu bezweifeln. Dazu müsste sich die gesamte Partei völlig neu ausrichten.
Annette Groth, Stuttgart
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