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Leserbrief zum Artikel NATO-Rüstungsziel: Willkommene Drohung vom 10.08.2019:

Abziehen, aber ganz

Richard Grenell ist offiziell US-Botschafter in Deutschland, de facto aber so etwas wie ein Besatzungsoffizier, jedenfalls benimmt er sich so. Seine neueste »Eingebung«: Die Deutschen müssten sich dankbar zeigen, dass die USA oder noch besser ihre Bürger gutes Steuergeldgeld für 50.000 in Europa stationierte Amerikaner bezahlen, ohne dass dies je angemessen gewürdigt worden wäre. Deshalb drohte er unverschlüsselt mit einem (Teil-)Abzug der US-Truppen aus Deutschland. Flugs gesellte sich die US-Botschafterin in Polen, Georgette Mosbacher, an seine Seite und erklärte, »wir«, die USA, die Polen (?), würden es begrüßen, wenn die amerikanischen Truppen nach Polen kämen. Im ersten Reflex könnte man ja sagen: Gut so, Hauptsache, sie nehmen auch das komplette atomare Zubehör mit. Doch allen Satirekommentaren zum Trotz, die Sache ist so einfach nicht. Die Truppen wären ja schon seit mehr als 70 Jahren dort, wenn die Vereinbarungen der Anti-Hitler-Koalition in Jalta im Februar 1945 und später die Staaten des Warschauer Vertrags dies nicht verhindert hätten. Das Ziel der westlichen Alliierten der Anti-Hitler-Koalition wurde schon unmittelbar nach der Potsdamer Konferenz neu justiert: Richtung Moskau.
Die diplomatischen Verrenkungen des deutschen Außenministers werden nicht lange auf sich warten lassen. Eines aber wird er mit absoluter Sicherheit nicht sagen, nämlich dass die USA seit 1945 in Europa nie als Schutzmacht aufgetreten sind, dass sie stets nur ihre ureigenen Interessen als startende Weltmacht verfolgt haben und speziell die Westzonen Deutschlands bzw. die spätere Bundesrepublik als Startrampe für eine militärische Auseinandersetzung mit der Sowjetunion präparieren wollten.
Deshalb würden wir es nicht begrüßen, wenn die USA ihr Militärpersonal nach Polen evakuieren. Es soll gänzlich aus Europa verschwinden. Das wäre ein wirklich begrüßenswerter Beitrag für Frieden und Sicherheit.
Hans Schoenefeldt
Veröffentlicht in der jungen Welt am 13.08.2019.
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