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Leserbrief zum Artikel Unsere Militanten vom 04.06.2007:

Hohn, Steine, Scherben

Kein Zweifel: Die mangelnde Kennzeichnung von PolizistInnen entblößt den Repressionswillen des Staates ebenso wie der Heiligenschein aus Stacheldraht rund um das Ostseebad und die zuvorkommenden Hausbesuche mit Abholservice von Elektrogeräten bei GlobalisierungskritikerInnen im Gipfelvorfeld.

Diese Einschüchterungsversuche führten zu gesellschaftlichen Diskussionen und massiver Kritik. Und siehe da, die Anreise nach Rostock war allen Beteiligten - ob schwarz, ob rot, ob grün oder wie auch immer gekleidet - problemlos möglich. Die Polizei war sogar ausgesprochen freundlich, wie man von vielen Seiten hört.

Unser Barpersonal begrüßte die Polizei trotzdem am Bahnhof mit Feuerwerk. Die schwarzen Gastronomen mixten noch ein paar Cocktails, fügten Steine hinzu und ließen dann gleich bei der Ankunft am Ort der Abschlusskundgebung ein paar Mollis on the rocks fliegen.
Das war keine Reaktion auf irgend etwas! Selbst, wenn es die Repressionsmaßnahmen im Vorfeld nicht gegeben hätte, wäre es ganz genauso abgelaufen. Das Bild wäre exakt das selbe gewesen. Warum?

Weil wir Linken seit Jahren etwas unbeholfen, ängstlich und mit einer vagen Hoffnung der Selbstregulierung des Problems, schön neben den Autonomen her demonstrieren und uns hier und da über Verhalten, Parolen, Banner und die Aggressivität der Mitläufer ärgern.
Dass die weißen Schwarzen völlig unpolitisch sind, sehen wir an Hand solch aussagekräftiger Transparente wie: "Can't stop Kaos".

Die Ablehnung ihrer "Taktik" ist keine Kapitulation vor dem ebenso militanten Staatsapparat! Allein deshalb, weil es sich bei den G8-Protesten um eine symbolische Form der Auseinandersetzung handelt. Demonstrationen dieser Art sollen die Aufmerksamkeit auf Seiten der Kritiker ziehen, um unsere Inhalte weit in die Gesellschaft zu transportieren.
Der schwarze Block lässt die konservative Presse und Politik süffisant lächeln und wir stehen vor einem Haufen aus Hohn, Steine und Scherben.
Patrique Stach
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