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Leserbrief zum Artikel Programmdebatte: Die Masse hat das Wort vom 05.09.2018:

Subjekt statt Masse

Claudia Wangerin titelt ihren Beitrag, welcher im Kern über die Bundespressekonferenz der Initiative »Aufstehen« berichtet, mit »Die Masse hat das Wort«. Beim Lesen fragte ich mich, was meint eigentlich Frau Wangerin mit dem Wort Masse? Die physikalische Bedeutung als eine Eigenschaft der Materie wohl kaum. Auch die Bedeutung als revolutionärer Teil der Bevölkerung passt beim sanft reformorientierten Aufruf nicht. Eine andere Bedeutung, die der Duden kennt, nämlich, dass die Masse ein großer Bevölkerungsteil ist, welchem individuelles, selbständiges Denken und Handeln fehlt, so was ist in dieser linken Zeitung auszuschließen. Beim weiteren Lesen kam mir eine weitere Frage. Warum erwähnt Frau Wangerin, dass die »frühere Kommunistin Wagenknecht zwar in neueren Interviews« die DDR »scharf kritisiert hatte, aber bisher nicht als ›Unrechtsstaat‹ bezeichnen wollte«. Ich lesen die junge Welt gerne, schätze die Zeitung als Sozialist. Und wie ich die junge Welt und die Redakteurin als Leser kennengelernt habe, bin ich fest in der Ansicht, dass gewusst ist, das »Aufstehen« unzufriedenen, vor allem lohnabhängigen und sozial benachteiligten Menschen eine Stimme, Austausch und Wirkungsmacht geben möchte, welche diese nur eingeschränkt oder gar nicht in den linken Parteien oder politischen Institutionen finden. Es geht also um ein »Subjekt«, nicht um »Masse«. Masse ist im Alltagsbewusstsein negativ besetzt. Und selbstverständlich ist es legitim, dass es linke Bedenken an »Aufstehen« und auch an Frau Wagenknecht gibt. Aber wieso muss das Bedenken subtile, die persönliche Integrität anzweifelnde Verdächtigungen nutzen? Kritik, sie ist selbstverständlich zu bejahen. Diffamierung, besonders wenn diese versteckt daher kommt, entschieden nein.
Werner Kuhns, Oldenburg
Veröffentlicht in der jungen Welt am 07.09.2018.

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