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Leserbrief zum Artikel SED-SPD-Papier: Um des Friedens willen vom 26.08.2017:

Maßlose Selbstüberschätzung

Also so ganz ernst nehmen kann man Egon Krenz nicht. Da stilisiert er das Dialogpapier in ungeahnte Höhen, als hätte es einen Krieg verhindert. Aber nicht die beiden deutschen Staaten, geschweige denn die Oppositionspartei SPD, saßen am Drücker, sondern USA und Sowjetunion. Zwei Jahre später hat das auch Krenz selbst zu spüren bekommen, als die Führung der UdSSR die DDR auf eine ganz miese Tour abservierte und an die BRD verkaufte. Das Dialogpapier enthielt u. a. Illusionen über eine Friedfertigkeit des Imperialismus, d. h. die SED vertrat nicht mehr einen klaren Klassenstandpunkt. Überdies ermunterte es die sogenannte Opposition in der DDR. Dies scheint der Autor zu verdrängen, weil es offenbar nicht in sein geschöntes Bild passt. Interessant finde ich dagegen die Information, dass die SED die SPD zu ihrem XII. Parteitag einladen wollte. Zum vorgesehenen Zeitpunkt (Mai 1990) schwebte die SPD allerdings schon wieder ganz und gar auf der antikommunistischen Wolke: Verdammung und Liquidierung der DDR.
Harald Bauer
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