Gegründet 1947 Sa. / So., 24. / 25. Januar 2026, Nr. 20
Die junge Welt wird von 3063 GenossInnen herausgegeben
23.01.2026, 19:30:02 / jW stärken!
31. Rosa-Luxemburg-Konferenz

Das war’s. Noch lange nicht!

31. Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz mit Ticketverkaufs- und Besucherrekord. Aber: Ohne Spenden geht es nicht
Von Verlag, Redaktion und Genossenschaft
16.jpg
Viel los: Blick in den Konferenzsaal, 10. Januar 2026

Nicht nur mit dem Klassenfeind, sondern auch mit dem Wetter kann man es zu tun bekommen. Am Freitag vor der Rosa-Luxemburg-Konferenz erging eine Warnung vor einem »Eisblizzard«: Der Fernverkehr wurde großflächig eingestellt, Autobahnen waren dicht, etliche Flughäfen mussten den Betrieb einstellen. Für die Konferenz, zu der Menschen aus dem In- wie Ausland anreisen, ist das durchaus ein Problem. Ganz so schlimm wie angekündigt kam es dann nicht, und etliche Konferenzbesucher haben sich durchgekämpft, teilweise mit enormen Umwegen. Insbesondere aus Norddeutschland gab es dennoch teilweise kein Durchkommen nach Berlin. Und trotzdem: Die 31. Rosa-Luxemburg-Konferenz am 10. Januar 2026 erzielte einen neuen Rekord – was die verkauften Tickets, aber auch die über 3.700 angereisten Teilnehmer sowie die Zuschauerinnen und Zuschauer im Livestream angeht. Rund 29.000 Menschen haben uns aus der Ferne über unseren deutsch-, englisch- und spanischsprachigen Streams zugeschaut. Darunter auch diejenigen, denen eine Anreise unmöglich war. Leider ebenfalls auf Rekordhöhe sind unsere Kosten – und Verluste. Dazu später mehr.

Es ist den Menschen ein Bedürfnis – in Zeiten völliger Verunsicherung, in denen der Westen in neuen Umverteilungskriegen seine (einzige) Zukunft sieht und sich die BRD gebärdet, als wäre sie von Feinden umzingelt. Auch der hohe Anteil sehr junger Gäste ist übrigens ein neuer, besonders erfreulicher Rekord. Es ist klar, was die Jugend umtreibt: Kriege und Völkermorde, aber auch die Einführung des Kriegsdienstes. Beides war mehrfach Gegenstand der Debatte. Unsere Manifestation für internationale Solidarität hat sich sowohl der Situation der Menschen in Gaza und Palästina als auch der in Lateinamerika gewidmet. Der völkerrechtswidrige Überfall auf Venezuela und die Verschleppung des Präsidenten Nicolás Maduro und seiner Frau Cilia Flores fanden direkt vor der Konferenz statt. Auch darauf musste im Rahmen der Manifestation kraftvoll reagiert werden. Die UN-Sondergesandte Francesca Albanese, wegen eines UN-Termins kurzfristig an ihrer Teilnahme vor Ort gehindert, konnte in einer Liveschaltung von den Zuständen im zerstörten Gaza berichten. Das Abschlusspodium zum Thema »Butter statt Kanonen« sorgte für kontroverse Diskussionen um vergangene und kommende Kriege mit deutscher Beteiligung. SPD und Linkspartei, für die jeweils ein Abgeordneter des Bundestages am Podium teilnahm, mussten einige Kritik einstecken.

Andreas Rebers und Band, die palästinensische Künstlerin Lamis Ammar und die junge Garage-Punkband G.P.S. boten sehr unterschiedliche künstlerische Zugänge, die durchaus altersübergreifend wahr- und angenommen wurden. Auch ein spontaner Auftritt junger Rapper mit einem Solidaritätssong zu Venezuela konnte kurzfristig noch ermöglicht werden.

Zwei Hallen in den Berliner Wilhelm-Studios boten den Rahmen für die große Konferenz. Dabei war eine komplette Halle für die Hauptbühne und den Saal reserviert; der »Markt der Möglichkeiten«, Raum für Essen und Trinken sowie ein separater Jugendbereich mit Platz für Workshops konnten sich die zweite Halle teilen – wohlgemerkt diejenige, in der im vergangenen Jahr die gesamte Konferenz Platz finden musste.

Die Rosa-Luxemburg-Konferenz ist die kraftvollste und größte jährliche Veranstaltung der radikalen Linken im gesamten deutschsprachigen Raum – das erkennen Freund und Feind an. Zur Wahrheit gehört aber auch: Die Tageszeitung junge Welt und ihr Verlag 8. Mai, die die Konferenz organisieren (und auch mit einer Menge Arbeitskraft sowie vielen freiwilligen Helfern und Ordnerinnen ermöglichen), stoßen an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. Die Kosten zur Durchführung der Konferenz steigen von Jahr zu Jahr, die Ticketpreise hingegen können nicht entsprechend erhöht werden, wenn diese nicht zum sozialen Ausschlusskriterium werden sollen. Die Konferenz ist also ein Verlustgeschäft – unsere (noch nicht endgültige) Berechnung geht erneut von über 100.000 Euro Miesen aus. Wir müssen daher auch über das Geld sprechen: Ohne Spenden und freiwillige Unterstützung (über Ticketkäufe hinaus) wird die Konferenz in Zukunft in den erreichten Größenordnungen nicht mehr machbar sein. Da wir aber der Meinung sind, gerade in kriegerischer werdenden Zeiten auf diesen Moment gemeinsamer Kraft, internationaler Solidarität und erlebter Stärke nicht verzichten zu können, benötigen wir Ihre und eure Hilfe. Damit im kommenden Jahr erneut – und noch kräftiger – gezeigt werden kann: Nicht mit uns! Den Herrschenden mit ihren wahnwitzigen Plänen leisten wir Gegenwehr!

Wir danken allen, die an der Konferenz beteiligt waren. Dank euch ist uns eine große kollektive Leistung gelungen. Und wir sehen uns – spätestens im nächsten Jahr, am 9. Januar 2027, zur 32. Rosa-Luxemburg-Konferenz!

Spenden an: Verlag 8. Mai GmbH
IBAN: DE50 1001 0010 0695 6821 00
BIC: PBNKDEFF
Verwendungszweck: RLK 2026

jungewelt.de/rlk-spenden

Friedenspropaganda statt Kriegsspielzeug

Mit dem Winteraktionsabo bieten wir denen ein Einstiegsangebot, die genug haben von der Kriegspropaganda der Mainstreammedien und auf der Suche nach anderen Analysen und Hintergründen sind. Es eignet sich, um sich mit unserer marxistisch-orientierten Blattlinie vertraut zu machen und sich von der Qualität unserer journalistischen Arbeit zu überzeugen. Und mit einem Preis von 25 Euro ist es das ideale Präsent, um liebe Menschen im Umfeld mit 30 Tagen Friedenspropaganda zu beschenken.

links & bündig gegen rechte Bünde

Jetzt den kostenlosen jW-Newsletter abonnieren – täglich das Beste aus der Tageszeitung junge Welt, direkt in Ihr Postfach. Ihre E-Mail-Adresse wird natürlich niemals an Dritte weitergegeben.

Ähnliche:

  • Auf der Rosa-Luxemburg-Konferenz im Januar wollen wir ein Zeiche...
    21.12.2024

    Eine Welt der Solidarität

    Rosa-Luxemburg-Konferenz wird kraftvolles Signal für Frieden und Solidarität mit Kuba und Palästina senden – mit Ihrer Hilfe!
  • 23.12.2023

    Frieden muss erkämpft werden

    Manifestation für einen gerechten Frieden in Nahost auf der Rosa-Luxemburg-Konferenz am 13. Januar 2024

Regio: