Ihr wollt Wehrpflicht? Zieht euch warm an!
Von Arnold SchölzelDie SDAJ hat an 40 Schulen gefragt: Was haltet ihr von der Wehrpflicht? Das Ergebnis: 80 bis 90 Prozent der Schüler sind dagegen. Das berichtete Marco Blum, der die Organisation auf dem Jugendpodium der 31. Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz vertrat, am Sonnabend in Berlin. Die Runde war sich einig: Der nächste Aktionstag gegen die Wehrpflicht am 5. März muss gemeinsam von linken Jugendorganisationen und Gewerkschaftern, aber auch mit Eltern und Großeltern vorbereitet werden, um den Erfolg der Schulstreiks vom 5. Dezember zu übertreffen. Marco riet den Herrschenden: »Zieht euch warm an!«
Jubelnde Zustimmung im fast vollbesetzten Saal, der mit mehr als 2.000 Plätzen neue Dimensionen hat. Erneut stellten Jüngere die Mehrheit der Zuhörer. Mehr als 3.700 schafften es trotz Bahnchaos nach Berlin-Wilhelmsruh, rund 700 konnten ihre schon bezahlten Karten nicht verwenden – ein neuer Verkaufsrekord. Auch die rund 29.000, die das Geschehen am Bildschirm verfolgten, sind ein neuer Spitzenwert.
Der große Zuspruch hatte aktuelle Gründe – Solidarität mit Venezuela, mit Palästina, mit Kuba – und zeigte das Bedürfnis, Analysen, Argumente für Protest und Widerstand zu hören. Beides bestimmte diese Konferenz, die von der Sängerin und Schauspielerin Gina Pietsch moderiert wurde, und kulminierte am Nachmittag in der Manifestation »Solidarität mit den Opfern imperialistischer Raubzüge«. Und schon den Auftakt mit Manu Pineda (KP Spaniens): Die Einstufung Kubas als »Terrorstaat« durch Trump ist eine neue Zäsur beim Versuch, die Revolution zu erwürgen. jW-Chefredakteur Nick Brauns teilt mit: Den Rosa-Luxemburg-Preis dieser Zeitung erhält am 11. April Aleida Guevara. Die folgende Ehrung für Rolf Becker ist bestimmt von seinem Engagement für Lateinamerika. Zum Nachlesen empfohlen sei das Referat des Wirtschaftswissenschaftlers Jörg Goldberg über den Zusammenhang von Krise und Übergang zu allgemeiner Gewaltförmigkeit in den internationalen Beziehungen. Der Filmemacher Dror Dayan, der Jake Romm (USA) befragt, illustriert das mit seinen Berichten über Gaza und die Westbank. Pablo Iglesias per Video und Irene Zugasti Hervás (beide Spanien) untersuchen die Kriegsmedien. Die Gewerkschafterin Cinzia Della Porta (Italien) schildert, wie es Hafenarbeitern gelingt, Waffenlieferungen an Israel oder die Ukraine zu verhindern. UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese geißelt per Livevideo Israels Krieg gegen die palästinensische Bevölkerung.
Wer dabei war am Sonnabend, hat Klarheit und Wärme für Protest und Widerstand getankt.
Friedenspropaganda statt Kriegsspielzeug
Mit dem Winteraktionsabo bieten wir denen ein Einstiegsangebot, die genug haben von der Kriegspropaganda der Mainstreammedien und auf der Suche nach anderen Analysen und Hintergründen sind. Es eignet sich, um sich mit unserer marxistisch-orientierten Blattlinie vertraut zu machen und sich von der Qualität unserer journalistischen Arbeit zu überzeugen. Und mit einem Preis von 25 Euro ist es das ideale Präsent, um liebe Menschen im Umfeld mit 30 Tagen Friedenspropaganda zu beschenken.
links & bündig gegen rechte Bünde
Jetzt den kostenlosen jW-Newsletter abonnieren – täglich das Beste aus der Tageszeitung junge Welt, direkt in Ihr Postfach. Ihre E-Mail-Adresse wird natürlich niemals an Dritte weitergegeben.
Ähnliche:
jW-Grafik21.12.2024Eine Welt der Solidarität
Christian-Ditsch.de23.12.2023Frieden muss erkämpft werden