Der Schwarze Kanal
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20.08.2007 / Politisches Buch / Seite 15

Blackout in Bagdad

Wie Bushs Armee wütet: Joshua Key beschreibt, warum er im Irak Verbrecher und in den USA schließlich Deserteur wurde

Rüdiger Göbel
Joshua Key ist der Scheißeverbrenner seiner Einheit in der 43rd Combat Engineer Company. Einer muß die Fäkalien ja entsorgen, und er ist als Obergefreiter der rangniedrigste Soldat, also quirlt er auf dem US-Stützpunkt im irakischen Ramadi Diesel in stinkende Hundertfünfzig-Liter-Fässer. Joshua Key ließ sich für die Armee anwerben, um seine Familie über Wasser zu halten. Er war jung und naiv, ein Landjunge aus Guthrie, Oklahoma, handwerklich geschickt. Ihm wurde versprochen, als Brückenbauer in den USA eingesetzt zu werden. Er glaubte es. Bis zum Tag seines Dienstantritts in Fort Leonard Wood. Dort und in Fort Carson wurde er für den Krieg im Irak gedrillt. »In der Militärausbildung, die ich in Missouri und in Colorado absolviert hatte, wurden die Iraker nie als Menschen bezeichnet. Man nannte sie ›Sandnigger‹, ›Lumpenköpfe‹, ›Habits‹, ›Hadschis‹ und vor allem ›Terroristen‹. In der Armee der Vereinigten Staaten von Amerika waren das die einzigen Wörter fü...

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