11.05.2007 / Inland / Seite 2

»Es gibt nicht den Hauch eines Beweises«

Es hat selten ein 129a-Verfahren mit so schlechter Begründung gegeben. G-8-Gegner unbeirrt. Ein Gespräch mit Sven Lindemann

Wera Richter
Sven Lindemann ist Anwalt in Berlin und Betroffener der Polizeirazzien gegen G-8-Gegner am Mittwoch

Sie gehören zu den 18 der Bundesanwaltschaft namentlich bekannten Personen, die am Mittwoch von Hausdurchsuchungen betroffen waren und gegen die zur Zeit wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung ermittelt wird. Was wirft man Ihnen vor?

Uns werden zwölf Anschläge, die in Hamburg, Berlin, Brandenburg und Schleswig-Holstein geschehen sind, zugeschrieben. Diese Anschläge sollen alle im Zusammenhang mit dem bevorstehenden G-8-Gipfel in Heiligendamm und unter wechselnden Gruppenbezeichnungen verübt worden sein. Wir sollen uns zu dem Zweck, den Gipfel zu verhindern, gegründet haben.

Gibt es Beweise?

In meinen Augen keinen einzigen. Ich selbst soll an zwei öffentlichen Treffen in Hamburg und Berlin teilgenommen haben. Ich kann aber definitiv sagen, daß ich zumindest bei dem Treffen in Hamburg nicht war. Anfang 2005 soll es außerdem sogenannte konspirative ...

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