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24.04.2007 / Schwerpunkt / Seite 3

»Anklagen wurden regelrecht konstruiert«

Die neue Debatte um den Anschlag auf Siegfried Buback wirft ein bezeichnendes Licht auf die dubiosen Praktiken der Ermittlungsbehörden bei RAF-Prozessen. Ein Gespräch mit Till Meyer

Rainer Balcerowiak
Till Meyer war Angehöriger der »Bewegung 2.Juni«; er saß insgesamt 13 Jahre im Gefängnis

Die Debatte um die mögliche Begnadigung von Christian Klar hat durch die vom Sohn des RAF-Opfers Siegfried Buback ins Spiel gebrachten neuen Erkenntnisse über den Tathergang eine überraschende Entwicklung genommen. Muß die Geschichte der RAF jetzt neu geschrieben werden?

Nein, natürlich nicht. Tatsache ist folgende: Die Bundesanwaltschaft und die Verfolgungsbehörden, also Bundeskriminalamt und Verfassungsschutz, konnten sich in fast allen Prozessen nur auf Indizien stützen. Eine klare Täterzuordnung zu einzelnen Aktionen war kaum möglich, auch weil alle Angeklagten geschwiegen haben. Auf dieser Grundlage ist ein Großteil der RAF-Aktivisten verurteilt worden. Man hatte gewissermaßen im Nebel gestochert und zudem eine Art Kollektivschuld konstruiert, das heißt, alle in dieser Gruppe sollen für alle Aktionen gleichermaßen verantwortlich gewesen sein, was schlichtweg Un...

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