26.03.2007 / Politisches Buch / Seite 15

Politische Selbstjustiz

John Laughland komplettiert mit seinem Buch die Literatur zum Milosevic-Prozeß

Cathrin Schütz
Mit dem Aggressionskrieg gegen Jugoslawien im Frühjahr 1999 behauptete die NATO, der Verfolgung von Kosovo-Albanern Einhalt gebieten zu wollen. Das Bündnis bombardierte ohne Mandat des UNO-Sicherheitsrats und berief sich statt dessen auf »universelle Menschenrechte«, die über der nationalen Souveränität und geltendem Völkerrecht ständen. Diese Argumente bemäntelten nur schlecht die schiere Ausübung von Selbstjustiz. Der britische Journalist John Laughland schreibt in seinem Buch »Travesty. The trial of Slobodan Milosevic and the corruption of International Justice« (»Travestie. Der Prozeß gegen Slobodan Milosevic und die Entstellung der internationalen Gerichtsbarkeit«) dazu: »Die Prinzipien der Nichteinmischung und Rechtsstaatlichkeit bilden das Herzstück des internationalen Systems, sie sind in der Charta der Vereinten Nationen festgehalten und basieren auf Jahrhunderten des angewandten Völkerrechts.« Dies war nicht die erste schwere Verletzung des Völk...

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