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24.01.2007 / Thema / Seite 10

Nationalalbanisch und antiserbisch

Kosovo heute: Politischer Alltag unter dem Kolonialregime. Die albanischen Kräfte im Kosovo (Teil II und Schluß)

Hannes Hofbauer, Pristina
Was für ein Staat ist das, der offiziell als UN-Protektorat verwaltet wird, völkerrechtlich zu Serbien gehört und de facto sich selbst überlassen ist? Kann man Kosovo überhaupt im politischen Sinne als Staat bezeichnen? Diese Fragen sind dem findigsten Kopf der Intellektuellenszene in Pristina, Shkelzen Maliqi, gestellt. Es sei »work in progress«, antwortet der zu Titos Zeiten in Zagreb und Belgrad ausgebildete Philosoph. Als Linker war der heute Sechzigjährige einer der wenigen Albaner gewesen, die der Praxis-Gruppe1 um Gajo Petrovic nahestanden. Legendär war sein Hippie-Outfit in den späten sechziger Jahren, mit dem er einen Hauch der westdeutschen 68er-Revolte in die kosovarische Provinz getragen hatte. Immer noch wach und rege, gibt er sich, die aktuelle politische Lage betreffend, keiner Illusion hin: »Die Macht geht von der UNMIK aus«, karikiert er den demokratischen Leitsatz, wonach alle Macht eigentlich vom Volke ausgehen sollte. »Wir befinden uns...

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