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23.01.2007 / Thema / Seite 10

Rigorose Landnahme

Kosovo heute: Politischer Alltag unter dem Kolonialregime. Westliche Staaten und unzählige NGOs agieren mit größter Machtfülle in der serbischen Provinz (Teil I)

Hannes Hofbauer, Pristina
Im Vertrag von Kumanovo vom 9. Juni 1999 vereinbarten Generäle von NATO und Jugoslawischer Volksarmee nach 78 Kriegstagen den Rückzug der letzteren aus dem Kosovo. Die kurz darauf per UN-Sicherheitsrat beschlossene Resolution 1244 beließ die Provinz bei Jugoslawien/Serbien, unterstellte sie jedoch – vorläufig – militärisch der NATO und zivil der Verwaltung der Vereinten Nationen (UN).

Seither tummelten sich Hunderttausende Soldaten und Bürokraten aus fast aller Herren Länder in dem kleinen Nicht-Staat. Derzeit tun Militärs aus 34 Staaten im Kosovo ihren Dienst. Für einen gut bezahlten Auslandseinsatz können sich Polizisten aus 44 Ländern bei ihren jeweiligen nationalen Rekrutierungsstellen bewerben. Was die Beschäftigtenzahlen in zivilen Verwaltungen betrifft, versagt die Statistik. Zu unübersichtlich ist das Geflecht aus UN-, OSZE- und diversen NGO, als daß irgend jemand wüßte, wie viele vermeintliche Helfer es sind oder woher sie kommen.

Zwischen 17000 un...



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