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17.01.2007 / Antifa / Seite 15

Ermittelnder Täterschutz

Während in Italien erneut SS-Kriegsverbrecher verurteilt wurden, drücken sich deutsche Ermittler konsequent vor der Anklageerhebung

Wolfram Siede und Wera Richter
Mehr als 60 Jahre nach dem SS-Massaker von Marza­botto bei Bologna hat das Militärgericht im italienischen La Spezia am vergangenen Samstag zehn beteiligte Deutsche in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt. Sieben weitere Angeklagte wurden freigesprochen. Nach einem Bericht der italienischen Nachrichtenagentur ANSA wurden die Angeklagten – ein ehemaliger Offizier und 16 ehemalige Soldaten der 16. SS-Division – außerdem verurteilt, insgesamt 100 Millionen Euro an die Überlebenden und Angehörigen der Opfer zu zahlen. Mit der Zahlung der Entschädigungssumme sei aber, so die Nachrichtenagentur, wegen niedriger Renten der Kriegsverbrecher kaum zu rechnen.

Bei dem vom 29. September bis zum 1. Oktober 1944 dauernden Blutbad wurden in dem Bergdorf 955 Menschen getötet. Die heute 80jährige Klägerin Cornelia Paselli, die damals ihre Mutter und zwei Brüder verlor, überlebte nur, weil sie sich einen Tag und eine Nacht lang unter den Leichen versteckte. Die Mord...

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