13.01.2007 / Fotoreportagen / Seite 4 (Beilage)

Sehnsucht nach Frieden

Im Libanon leben über 390 Palästinenser in Flüchtlingslagern. Sie warten auf bessere Zeiten in einem eigenen Land. Reportage

Thomas Frenzel (Text und Fotos)
Palästinensische Flüchtlingslager im Libanon – das sind elende Häuserschluchten, Staub, Dreck und mittendrin Menschen über Menschen. Sie entstanden, als 1948/49 die Bewohner aus den Städten und Dörfern im Norden Palästinas vor den Kriegswirren flüchteten oder von der israelischen Armee gewaltsam vertrieben wurden. Offiziell leben in den zwölf Lagern des Libanon heute über 390000 Flüchtlinge.

Zum Beispiel Ain el Helweh bei Sidon. Die Straßen dorthin sind schlecht, Kontrollposten hinter Sandsäcken und in Panzern die Regel. Der Zugang zum Lager wird von der libanesischen Armee überwacht. Leibesvisitationen gehören zum Alltag. Wartezeiten sind in Kauf zu nehmen. 60000 Menschen leben auf einer Fläche von 1,8 Quadratkilometern. Im Laufe von fünf Jahrzehnten sind die ursprünglichen Zelte und Hütten durch ein- und zweistöckige Häuser ersetzt worden. Aber es gibt keine befestigten Straßen, nur staubige Schotterwege. In den engen Gassen spielen Kinder im Dreck mit ...

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