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12.01.2007 / Feuilleton / Seite 13

»Blutiges Werk«

Zu Weihnachten wollte der Spiegel »mythenkritisch« sein und verbreitete antijüdische Klischees per Titelgeschichte

Thomas Wagner
Zunächst scheint nichts dagegen zu sprechen, wenn ein auflagenstarkes Magazin wie der Spiegel zu Weihnachten seine Leser mit den neuesten religionswissenschaftlichen Ergebnisse und Hypothesen über die Entstehung und die gegenseitigen Einflüsse monotheistischer Religionen bekannt zu machen versucht. Die Parallelen und geistesgeschichtlichen Verknüpfungen zwischen dem Sonnenkult des ägyptischen Pharao Echnaton und dem Eingottglauben der Bibel bieten dafür ein überaus spannendes Material. Doch beim Spiegel nutzt man das Thema zur Verbreitung antijüdischer Klischees – in der Titelgeschichte der Ausgabe vom 22.12.06: »Das Testament des Pharao«. Die Hauptaussage lautet: »Die Juden kupferten ab. Ihre Idee vom einen Gott stammt in Wahrheit aus – Ägypten.«

Autor Matthias Schulz behauptet, die »Jahwe-Leute« vor Tausenden von Jahren mit der Einführung der Säuglingsbeschneidung jenes blutige Werk in Szene gesetzt« hätten, »das die jüdische Seele bis heute prägt«. Fügt...

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