30.11.2006 / Schwerpunkt / Seite 3

»Es gibt kaum Medikamente«

Im Kampf gegen ansteigende HIV-Neuinfektionen fehlen der Ukraine vor allem Geld und gut ausgebildetes Pflegepersonal. Ein Gespräch mit Inge Banczyk

Markus Bernhardt

Inge Banczyk arbeitet als Krankenschwester im Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum (AVK) in Berlin und ist Vorstandsmitglied der Berliner AIDS-Hilfe

Wie viele mit dem HI-Virus infizierte Menschen leben in der Ukraine?

Ein Prozent der Bevölkerung, also etwa eine halbe Million Menschen ist offiziell mit dem HI-Virus infiziert. Jedoch ist die Dunkelziffer sehr hoch, da sich viele Betroffene nicht testen lassen. Erstens aus Furcht vor Diskriminierung, weil nicht selbstverständlich ist, daß die Testergebnisse vertraulich behandelt werden, zweitens aus Desinteresse. Allerdings gibt es derzeit so wenig Medikamente im Land, daß den meisten Kranken das Wissen um ihre Infektion auch nicht helfen würde.

Welche Bevölkerungsgruppen sind maßgeblich betroffen?

Die meisten Infizierten sind immer noch Drogenabhängige. Durch die epidemische Verbreitung der Drogensucht nach dem Zusammenbruch der Sowjet­union und den gemeinsamen Gebrauch von Spritzen hat sich HIV zunächst...


Artikel-Länge: 6032 Zeichen

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich

Jetzt die junge Welt abonnieren und Zugriff auf alle Artikel erhalten!

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe