16.11.2006 / Ausland / Seite 7

Keine Schonfrist

Brasilianische Landlosenbewegung startet Besetzungswelle und setzt »Lula« wegen Landreform unter Druck

Andreas Behn (npl), Rio de Janeiro
Die Waffenruhe, die die brasilianische Landlosenbewegung MST (Movimento dos Trabalhadores Sem Terra) dem Präsidenten Luiz Inácio »Lula« da Silva gewährt hatte, ist vorbei. Seit Wochenbeginn hat die schlagkräftigste soziale Bewegung des südamerikanischen Landes die Besetzung unproduktiver Ländereien wieder aufgenommen. Während des Wahlkampfes hatte der MST ihre Mobilisierungen ausgesetzt, um dem Exgewerkschafter »Lula« den Rücken zu stärken.

8000 ohne Schutz

Insbesondere im wohlhabenden Süden des Landes schritten MST-Aktivisten zur Tat. Jeweils mehrere hundert Familien besetzten brachliegende Fazendas in den Bundesstaaten São Paulo, Paraná und Rio Grande do Sul. Die Aktionen verliefen weitgehend ohne Zusammenstöße, auch wenn seitens der Landbesitzer bereits Drohungen gegen die Aktivisten geäußert wurden »Der MST wird weiterhin unproduktive Latifundien besetzen, aber wir müssen über die reine Debatte einer Agrarreform hinausgehen. Es ist an der Zeit, konkre...

Artikel-Länge: 3482 Zeichen

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich

Jetzt die junge Welt abonnieren und Zugriff auf alle Artikel erhalten!

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe