07.11.2006 / Feuilleton / Seite 13

Trau mir

Vom Fernsehen zum Home Recording: Am Sonntag endete das 49. Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm

Peer Schmitt
Kann man Filmen trauen?« International gefragt: »Can we trust the pictures?« Genau so hieß das Motto des 49. Dok- und Animafestivals in Leipzig. Eine rhetorische Frage. Natürlich nicht. Nichts und niemandem kann man trauen. Auch nicht den Dokumentarfilmen. Das lernt heutzutage jedes Kind schon in der Grundschule.

Vor allem, wenn man bedenkt, daß die meisten Leute Dokumentarfilme, wenn überhaupt, vor allem im Fernsehen sehen. Dem Fernsehen ist nun ganz bestimmt nicht zu trauen, auch wenn es, wie es in diesem Jahr auf dem Fesival weiterhin ausgiebig diskutiert wurde, der hauptsächliche Finanzier und die entscheidende kommerzielle Verwertungsmöglichkeit für Dokumentarfilme bleibt. Filmverleih, DVD-Vertrieb und diverse Internet-Pools machen demgegenüber nur einen kleinen Teil aus (quantitativ, nicht qualitativ, wohlgemerkt). In diesem Sinne war es eine der wichtigsten Anstrengungen, die Fesivalleiter Claas Danielsen in den letzten Jahren unternahm, das Festiv...

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