Hände weg von Venezuela! Solidaritätsveranstaltung am 28. Mai
Gegründet 1947 Sa. / So., 25. / 26. Mai 2019, Nr. 120
Die junge Welt wird von 2189 GenossInnen herausgegeben
25.10.2006 / Thema / Seite 10

Disziplinierung durch Armut

Kapitalbedingt wird von Politik und Medien das falsche Bild vom Tüchtigen, der nicht arm werden kann, ins Alltagsbewußtsein gehoben

Christoph Butterwegge
Seit der SPD-Vorsitzende Kurt Beck in einem Interview, das die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung am 8. Oktober 2006 veröffentlichte, eher beiläufig den Begriff »Unterschichten« erwähnte und ihnen mangelnden Aufstiegswillen vorwarf, hat die deutsche Öffentlichkeit nach etlichen Jahren, wenn nicht Jahrzehnten erstmals wieder das Thema Armut entdeckt. In einer manchmal beinahe hysterischen Weise wurde erörtert, ob es das Phänomen überhaupt gibt, was daran neu ist, wer dafür die Verantwortung trägt und was getan werden muß, um ihm zu begegnen.

Wie die Sozialgeschichte der Armut zeigt, unterliegt letztere einem ständigen Wandel. Was darunter verstanden wird, ist vom jeweiligen Wohlstandsniveau, von der Produktivkraftentwicklung und den Besitz-, Einkommens- bzw. Vermögensverhältnissen sowie den hierauf basierenden Normen und Werten, ihrer Widerspiegelung im Massenbewußtsein und den soziokulturellen Traditionen einer Gesellschaft abhängig. »Armut« gehört zu ...

Artikel-Länge: 20121 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen
Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

19,80 Euro/Monat Soli: 25,80 €, ermäßigt: 12,80 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €