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11.10.2006 / Schwerpunkt / Seite 3

»Das ist ein Widerspruch in sich«

Kein einziger Atomwaffenstaat hat bisher mit Tests im Ein-Kilotonnen-Bereich begonnen. Ein Gespräch mit Manfred Henger

Peter Steiniger
  • Manfred Henger ist Leiter der Seismologie an der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover. Die BGR wirkt als nationales Datenzentrum an der Überwachung des Kernwaffenteststoppabkommens mit und berät die Bundesregierung.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, daß es sich bei der Explosion in Nordkorea tatsächlich um einen Atomtest gehandelt hat?

Mit seismischen Verfahren können wir das in diesen Entfernungsbereichen nicht entscheiden. Auch eine konventionelle Explosion in der gemessenen Stärke wäre möglich. Man muß sehr nahe am »Ground Zero« sein, um festzustellen, ob die Flanke der gemessenen Schockwelle wie bei Kernexplosionen sehr steil ist. Chemische Sprengstoffe haben eine geringere Explosionsgeschwindigkeit.

Reicht die ermittelte Ladungsstärke für eine Nuklearexplosion überhaupt aus?

Die aufgezeichneten Wellen entsprechen einer Sprengkraft von einer halben bis zu zwei Kilotonnen TNT. Normalerweise nimmt man Ladungen in diese...

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