10.10.2006 / Schwerpunkt / Seite 3

Lukrativer Terror

Die kolumbianische Armee hat Bombenanschläge inszeniert, um Prämien zu kassieren und den Kampf gegen linke Rebellen zu legitimieren

Sven Schuster, Bogotá
Bogotá ist eine isolierte Stadt. Spätestens seit der wiedergewählte rechte Hardliner Alvaro Uribe Vélez vor vier Jahren seine repressive Doktrin der »demokratischen Sicherheit« etabliert hat, ist das Militär aus dem Straßenbild der kolumbianischen Hauptstadt nicht mehr wegzudenken. Die neue Macht der Armee hatte sich besonders in den Wochen vor seiner zweiten Amtseinführung am 7. August bemerkbar gemacht. Rund 30000 Soldaten hatten dafür Sorge zu tragen, daß sich nicht Szenen wie Anfang August 2002 wiederholen würden. Damals, während der ersten Vereidigung des ultrarechten Politikers, war es der marxistischen FARC-Guerilla gelungen, mehrere Raketen auf den Präsidentenpalast abzufeuern. Zwar verfehlten die Geschosse ihr beabsichtigtes Ziel – politisch aber trafen sie ins Schwarze.

Angesichts permanenter Drohungen der FARC, auch zu Beginn der zweiten Amtszeit Uribes mit militärischen Offensiven zu reagieren, zeigte die Mehrheit der Hauptstadtbewohner daher V...

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