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14.08.2006 / Feuilleton / Seite 13

Haste Töne?

Falsch in der Falschheit: »Die Dreigroschenoper« im Berliner Admiralspalast

Stefan Amzoll
Klaus Maria Brandauer hat »Die Dreigroschenoper« von Brecht/Weill inszeniert. Man mußte sich bei der Premiere am Freitag durch einen überfüllten Tunnel durchkämpfen, ehe man sein Billett bekam. Riesenandrang vor dem Metropol, jetzt wieder Admiralspalast, was der militärischen Lage durchaus entspricht. Ein Wogen der Köpfe und Schultern. Alles abgesperrt. Die Friedrichstraße am Bahnhof platzte bald vor Volk, das romantisch glotzte. Schon im Vorfeld der Aufführung hatten sich die Feuilletons überschlagen. Werbung vor jeder Spelunke. Marktschreierisch die Radioprogramme. Die Katrin und der Klaus Maria zugerichtet in Dreigroschen-TV-Talkshows. Kein Zweifel: An dem Lärm hätte sich Brecht, in Ledermantel, die Mütze auf dem Kopf, ergötzt, und Weill wäre der Rummel nicht gleichgültig geblieben. »Denn wovon lebt der Mensch...« – er wär’ gern gut, nur die Verhältnisse, sie sind nicht so.

Hunderte Paparazzi in Lauerstellung, stierend wie lästige Leuchtkäfer. Plötzlic...

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