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15.05.2006 / Ausland / Seite 9

De-facto-Sanktionen

Durch massiven Druck versuchen die USA, Banken und andere Unternehmen zum Abbruch ihrer Geschäftsbeziehungen mit dem Iran zu bewegen

Knut Mellenthin
Im UNO-Sicherheitsrat sind die Verhandlungen mit Rußland und China über eine neue Resolution gegen Iran, die den Weg zu Sanktionen öffnen soll, festgefahren. Und selbst wenn Sanktionen beschlossen werden sollten, würden sie auf niedrigster Stufe beginnen, versichern EU und USA übereinstimmend. Etwa mit Einreisesperren gegen hochrangige Politiker. Wirtschaftssanktionen, die die iranische Bevölkerung treffen würden, seien nicht beabsichtigt, heißt es. Jedenfalls ganz bestimmt nicht in naher Zukunft.

Die Realität sieht jedoch anders aus. Neben den Verhandlungen im UNO-Sicherheitsrat verfolgt die US-Regierung schon längst eine Parallelstrategie der de-facto-Sanktionen. Das Prinzip ist denkbar einfach: Es gibt kaum ein Land, kaum ein Unternehmen und kaum ein Kreditinstitut, für die das US-Geschäft nicht um ein Vielfaches wichtiger ist als die Beziehungen zum Iran. Folglich sind die möglichen Verluste in den USA sehr viel schwerwiegender als die Schäden, die mit...

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