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29.04.2006 / Feuilleton / Seite 12

Calvinistischer Ich-Terror: Lars von Trier wird 50

Tina Heldt

Am Sonntag hat Lars von Trier, der vielleicht vorläufig letzte Messias des europäischen Autorenfilms, 50. Geburtstag. Der europäische Autorenfilm gilt seit geraumer Zeit als so ziemlich am Ende. Glücklicherweise hat von Trier einen Sinn für große Werbegesten. 1995 lancierte er mit drei weiteren dänischen Filmemachern das Manifest »Dogma 95«, ein filmisches „Keuschheitsgelübde«. »Heute tobt ein Sturm der Technik, der die Kosmetik zur Gottheit erklärt«, heißt es darin. Kein Flitterkram in unserer Kirche, wird gefordert.

Obwohl sich von Trier zum Katholizismus bekennt, zur radikalen Geste der Gnade, die alles Vorhergehende durchzustreichen vermag, gemahnten Inhalt und Arbeitsweise von »Dogma« eher an harten calvinistischen Ich-Terror. Von Triers eigener »Dogma«-Film »Idioten« ist dafür das beste Beispiel: Eine Gruppe von Pseudorevolutionären imitiert in einem reichen Vorort von Kopenhagen das Verhalten geistig...

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