08.02.2006 / Thema / Seite 10

Transatlantischer Angriffspakt

Analyse: Im Atomstreit mit dem Iran setzen die US-Neokonservativen auf Eskalation. Offenbar will auch die Bundesregierung beim nächsten »Präventivschlag« nicht abseits stehen

Knut Mellenthin
Man sollte sich das Datum merken: Am 4. Februar 2006 hat die Internationale Atomenergiebehörde IAEA beschlossen, Iran beim UN-Sicherheitsrat der Verletzung des Atomwaffensperrvertrags anzuklagen. So steht es nicht explizit in der mit Hilfe Rußlands und Chinas zustande gekommenen Resolution, aber genau das ist ihr harter Kern. Um diese Klage vielleicht doch noch abzuwenden, müßte Iran sich diskriminierenden Bedingungen unterwerfen, von denen jeder Politiker mit ein bißchen Sachkenntnis weiß, daß Teheran sie keinesfalls akzeptieren wird.
 
Mit der IAEA-Resolution vom 4. Februar ist die US-Regierung ihrem Ziel einer von einem breiten Bündnis getragenen oder zumindest tolerierten militärischen Konfrontation mit dem Iran einen großen Schritt nähergekommen. Das bedeutet nicht automatisch, daß Angriffe in allernächster Zeit, vielleicht sogar schon im März, bevorstehen. Die Wahrscheinlichkeit spricht eher dafür, daß die USA, denen sich diesmal – anders als vo...

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