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13.01.2006 / Feuilleton / Seite 12

Feinripp mit Eingriff

Schießer vs. Calvin Klein: Gerhard Falkners lyrisches Plädoyer für mehr Ehrlichkeit in der Kunst

Martin Droschke

Die deutschsprachige Belletristik steht derzeit vor einer ähnlich großen Umwälzung wie zuletzt vor gut 30 Jahren, als eine 68er-bewegte Szene die vordersten Plätze im Literaturbetrieb für sich reklamiert hatte. Die Autoren der Jahrgänge 1965 bis 1980 sind angetreten, dem Roman einen frischen Stempel aufzuprägen und die Generation ihrer Väter in Rente zu schicken. Die neuen Stars bevorzugen es nett, gefällig und angepaßt, lassen Politik und gegenwartsbezogene Gesellschaftskritik außen vor, wagen keine formalen Experimente, ganz so, als wollten sie die mit den 68ern verknüpften erzählerischen Innovationen zurücknehmen. Dieser Wandel ist nicht ohne Auswirkung auf die Lyrik, die sich vermehrt der Aufgabe annimmt, kritische Diskurse anzustoßen. Statt sich in das Los der Rente zu fügen, meldet sich die Kriegs- und Nachkriegsgeneration dort mit vor Energie, Subversion und Sprachgewalt nur so strotzenden Monumentalgedichten zu Wort. Statt sich widerstandslos dem ...

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