17.11.2005 / Ausland / Seite 3

Mit Phosphor und Folter

US-Verteidigungsministerium gesteht Einsatz von Chemiewaffen in Falludscha ein. Mehr als 170 Iraker in Bagdader Geheimgefängnis mißhandelt

Rüdiger Göbel

Über ein Jahr hat die US-Armee Berichte über den Einsatz von Chemiewaffen im Irak dementiert und entsprechende Anschuldigungen von Einwohnern und Ärzten der Stadt Falludscha zurückgewiesen. Noch am Dienstag veröffentlichte die britische Zeitung The Independent einen Brief des US-Botschafters in Großbritannien, Robert Tuttle, in dem dieser bekräftigte, »US-Streitkräfte setzen Napalm oder Weißen Phosphor nicht als Waffen ein«. Am Mittwoch schließlich sorgte das Pentagon für Schlagzeilen. Der Sprecher des US-Verteidigungsministeirums, Oberstleutnant Barry Venable, räumte gegenüber BBC überraschend den Phosphor-Einsatz ein: »Wir benutzen es in erster Linie als Verdunkler, für Rauchvorhänge oder zur Markierung von Zielen. Es ist aber auch als Brandwaffe gegen feindliche Kämpfer eingesetzt worden«, fügte er hinzu. Weißer Phosphor, im Militärslang »Willy Pete« genannt, sei nützlich, um Aufständische aus Positionen zu vertreiben, die nicht mit normaler Artillerie...

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