19.10.2005 / Ausland / Seite 15

»Ihr seid gekommen, um hier zu sterben«

Nahezu unbekannt: Das portugiesische Konzentrationslager Tarrafal von 1936 bis 1954 auf Kapverden

Jürgen Schäfer

Am 18. Oktober 1936 legte die »Luanda« mit 152 Gefangenen vom Lissabonner Hafen ab. Das Kommando an Bord hatte die portugiesische Geheimpolizei PVDE, ab 1945 PIDE. Nach Zwischenstopps auf den Azoren und Madeira, wo einige Gefangene abgeliefert, andere aufgenommen wurden, ging das Schiff auf der kapverdischen Insel Santiago vor Anker.

Mit der Ankunft der Deportierten am 29. Oktober 1936 begann die nahezu unbekannte Geschichte des portugiesischen Konzentrationslagers Tarrafal. Weit abgelegen im Ozean, praktisch ohne Fluchtmöglichkeit, wurden hier unter der Salazar-Diktatur im Laufe von 17 Jahren 340 politische Häftlinge interniert. Darunter eine große Gruppe junger Matrosen, die am 8. September 1936 an einer Flottenrevolte teilgenommen hatte und der Organização Revolucionário da Armada angehörte. Unter den Eingekerkerten waren auch anarchosyndikalistische Streikaktivisten, Gewerkschaftsführer, Republikaner, antifaschistische Oppositionelle und das gesamt...

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