Der Schwarze Kanal: »Verkommen«
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10.07.1998 / Ausland / Seite 0

Vieira in der Klemme

Die blutigen Unruhen in Guinea-Bissau waren absehbar

Torge Löding, Lissabon

Seit mehreren Wochen tobt der Bürgerkrieg in Guinea- Bissau. Ein Ende ist trotz vielfacher Verhandlungsbemühungen derzeit nicht absehbar. Ausgangspunkt der jüngsten Krise war der Putschversuch von Armee-Einheiten unter Ansumane Mané gegen den Präsidenten und ehemaligen Waffenbruder Nino Vieira. Was auf den ersten Blick wie ein Bruderkrieg aussieht und in der Öffentlichkeit auch so dargestellt wird, hat tiefliegende Ursachen.

Für Kenner der Lage in Guinea-Bissau kam der Gewaltausbruch keinesfalls überraschend. Die portugiesische Tageszeitung Diario da Notícias veröffentlichte gar einen Bericht, der dem Außenministerium in Lissabon seit langem vorlag und der detailliert über den bevorstehenden Putsch informierte. Staatssekretär Luís Amado wies diese Veröffentlichung als übertrieben zurück. Probleme gibt es im unabhängigen Guinea-Bissau seit Mitte der siebziger Jahre.

Fernando Ka, Präsident der Genuensischen Gesellschaft für soziale Solidarit...

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