27.06.2005 / Feuilleton / Seite 13

Warnung vor einem Film

Ironie und Elend im Grünen-Milieu

Markus Mohr

Die FAZ fand den Film mit Ausrufezeichen »unangestrengt lustig«. Vielleicht, weil dem Rezensenten des Tagesspiegel weniger Platz zur Verfügung stand, begnügte er sich in Sachen »nostalgiegetränkter Zeitreise in die 80er« mit einem knappen »lustig«. Einer nicht komische Charaktermaske, die ihr Gnadenbrot als »Sprecherin der deutschen Grünen im Europaparlament« verdient, erschien der Film als Dokument über »meine komische Generation und unsere Themen«.

Die Rede ist von dem kürzlich angelaufenen Film »Am Tag als Bobby Ewing starb«, der beansprucht, den westdeutschen Antiatomprotest der 80er künstlerisch zu bearbeiten. Die Jury des Max-Ophüls-Preises meinte zu Beginn dieses Jahres, »einen großen Schuß Selbstironie« in dem Film entdeckt zu haben, was wie »ein Antidepressivum« wirke. Die Erkenntnis, das eine Filmjury so blind sein kann, hat mich nach dem 6,50 Euro teuren Kinobesuch depressiv gemacht.

Die in vielen Presseartikeln als »kritisch-humorig« gel...



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