25.05.2005 / Thema / Seite 10

Antifaschistische Selbstverwaltung

Eine kurze Zeit der Utopie. Das unbesetzte Gebiet von Schwarzenberg 1945

Gerd Bedszent

Eine »Freie Republik Schwarzenberg« gibt es in keinem Geschichtslehrbuch. In den bundesdeutschen nicht, da die meisten Protagonisten dieses kurzlebigen politischen Gebildes einer unerwünschten Weltanschauung anhingen. Doch auch in der DDR tat man sich schwer damit, daß im Mai und Juni 1945 in einem unbesetzt gebliebenen Gebiet Kommunisten gemeinsam mit anderen Antifaschisten ohne Weisung ihrer Parteiführung mit den Resten der Naziherrschaft aufgeräumt und ihre Geschicke in die eigenen Hände genommen hatten. Lediglich in Fachpublikationen der Historiker und in lokalen Blättern der südlichen DDR-Bezirke fanden sich gelegentlich Hinweise auf das damalige Geschehen. Was in der Geschichtsschreibung weitgehend verschwiegen wurde, fand sich – wie so oft – in der Literatur wieder.

Johannes Arnold beschrieb in seinem im Jahre 1969 erschienenen Roman »Aufstand der Totgesagten«, wie in der unbesetzt gebliebenen Kleinstadt »Waldenberg« eine Handvoll Kommunisten, ges...

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