23.04.2005 / Ansichten / Seite 8

»Berlin ist Hauptstadt des demokratischen Atheismus«

Humanistischer Verband unterstützt Einführung des Werteunterrichts als Pflichtfach. Lebenskundeunterricht soll beibehalten werden. Ein Gespräch mit Bruno Osuch

Elba Salas Mansilla

* Dr. Bruno Osuch ist in Berlin Landesvorsitzender des Humanistischen Verbandes Deutschlands (HVD). Der Verband ist Träger des Lebenskundeunterrichts, an dem in Berlin fast 40000 Schülerinnen und Schüler teilnehmen.


F: Zwei Drittel aller Berliner gehören keiner Religionsgemeinschaft an. Ist Berlin eine gottlose Stadt?

Für eine deutsche Millionenstadt ist das in der Tat einzigartig. Darin zeigt sich eine Entwicklung, wie es sie auch in anderen Ballungsgebieten gibt – etwa in Hamburg, Stuttgart oder erst recht in Dresden: die kontinuierliche Lösung von traditionellen kirchlichen und religiösen Bindungen. damit ist die zunehmende Selbstbestimmung der Menschen bei der persönlichen Lebensgestaltung wie auch bei der Frage nach dem Sinn ihres Lebens verbunden.

Berlin spielt wie in vielen anderen Dingen eine Art Vorreiterrolle. Die Hauptstadt war schon immer ein Magnet für kritische Geister, für Freidenker, Humanisten, aufgeklärte Juden oder weltlic...






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