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19.02.2005 / Inland / Seite 15

Wo alles anfing

Vor 30 Jahren wurde der Bauplatz für das AKW Wyhl besetzt. Das war der Beginn einer starken außerparlamentarischen Bewegung gegen die Atompolitik

Reimar Paul

In Wyhl fing alles an. Das badische Dorf am Rhein, in dem die baden-württembergische Landesregierung unter dem Ex-Nazi-Staatsanwalt Hans Filbinger (CDU) ein Atomkraftwerk bauen wollte, gilt als Wiege der Antiatombewegung. Bauern, Winzer, Handwerker, Pfarrer, Hausfrauen und Studenten gingen vor 30 Jahren gegen das Vorhaben auf die Barrikaden. Als am 18. Februar 1975 die Baumaschinen anrückten, besetzten Hunderte das Baugelände und stellten sich vor die Bagger. Zwei Tage später kamen die Hundertschaften der Polizei. Mit Hunden und Wasserwerfern räumten die Beamten den Platz und sicherten ihn mit Stacheldraht. Filbinger bezeichnete die – überwiegend konservativen und bodenständigen – Wortführer der Proteste als »Extremisten und Kommunisten«. »Ohne das Kernkraftwerk Wyhl werden zum Ende des Jahrzehnts in Baden-Württemberg die ersten Lichter ausgehen«, sagte der Ministerpräsident.

Am 23. Februar stürmten Zehntausende erneut den Platz, die Polizisten mußten ...

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