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17.02.2005 / Ausland / Seite 15

Europas Afrika

Aus dem Westen kam mit den Drogen und der Prostitution das HI-Virus: Heute sind in Wolgograd 20 000 infiziert – das Gesundheitssystem ist auf AIDS-Patienten mehr als schlecht vorbereitet

Michael Specht

Olga Michailowna Schelkownikowa (55) lebt in Wolgograd. Ihr Sohn starb vor Jahren an einer Überdosis. Damals gründete sie mit anderen den Verein »Maria – Mütter gegen Drogen«. Bald darauf wurde offenkundig, daß mit den Bestecken der Drogenkonsumenten längst das HI-Virus in die Stadt gekommen war. Die zusätzliche Bedrohung rief weitere Selbsthilfe-Initiativen auf den Plan. Heute schätzt Wadim Pokrowski, Leiter des Nationalen AIDS-Zentrums in Moskau, leben in der Region Wolgograd unter zwei Millionen Einwohnern 20 000 HIV-Infizierte. Elena Safronowa vom Hygiene- und Epidemie-Aufsichtsamt der Region fügt alarmierend hinzu, daß »die Beratungsstellen und Kliniken zu mal gerade 2 000 Patienten Kontakt haben«. Mindestens 18 000 Infizierte leben demnach ohne Anbindung an ein Gesundheits- oder Beratungssystem. Rechnet man deren Familien und Freunde als Ko-Betroffene hinzu, sind mindestens 200 000 Menschen in wenigen Jahren mit AIDS konfrontiert.

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