10.12.2004 / Feuilleton / Seite 12

Mein Lieblingsfilmemacher

Von den Konzeptualisierungen des koreanischen Filmregisseurs Kim Ki Duk ist auch diese schlicht großartig: »Samaria«

Andreas Hahn

Das Thema Prostitution spielt in vielen Filmen des in Paris lebenden koreanischen Regisseurs Kim Ki Duk eine nicht unwesentliche Rolle. In seinem Film »The Isle« (2000) etwa ist die Vermietung von Anglerhütten und Booten in einer Seelandschaft mit sexuellen Dienstleistung einer extra dafür angestellten Frau verknüpft. In »Bad Boy« (2001) sind Zuhälterei und Bordellbetrieb das Hauptthema. Sein jüngster Film »Samaria« erhielt auf der letzten Berlinale den Regiepreis, hat die verhältnismäßig lächerliche Summe von einer Million Euro gekostet und ist schlicht großartig.

Strenge und Reinheit

Diesmal hat die Prostitution eine religiöse Dimension, was natürlich nicht auf Kim Ki Duks persönlichem Mist gewachsen ist. Literatur und Kunstgeschichte sind voll davon. Und auch im Alten wie im Neuen Testament gibt es diesbezüglich einiges zu lesen. Schon der Titel des Films ist ein Hinweis darauf. Samaria heißt die Stadt der Könige des biblischen Israel. Im Buch d...



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