07.12.2004 / Thema / Seite 10

Der Krieg gegen die Wahrheit

Wie Erinnerungspolitik Wirklichkeiten verstümmelt, negiert und inszeniert. Orwellsche Aussichten (Teil I)

Vladimiro Giacché

Sich mit dem Angriff auf die Wahrheit zu befassen, kann, je nach Standpunkt, für verfehlt oder für überflüssig gehalten werden. Wer der postmodernistischen Philosophie anhängt und daher schon im Begriff »Wahrheit« eine überwundene und tendenziell totalitäre philosophische Altlast sieht, wird es für falsch halten, sich diesem Problem zu widmen. Wer dagegen den Dingen dieser Welt aufmerksamer begegnet und den Eiertanz der USA und ihrer Knechte beim Versuch, Gründe für einen Angriff auf den Irak zu finden, verfolgt hat, wird es für überflüssig halten: Denn selten sind Lügen so offenkundig gewesen wie in diesem Fall.

Den einen könnten wir antworten, daß, wenn schon »die Wahrheit« nicht existiert, es doch zumindest Lügen gibt (das hatte auch Popper begriffen). Den anderen sagen wir: Die Tücke des heutigen Angriffs auf die Wahrheit liegt genau darin, daß er sich, außer in extremen Fällen, nicht als schlichte Lüge präsentiert. Die Strategien des Angriffs auf di...

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