23.11.2004 / Inland / Seite 9

Billiglohn-Auktion online

Zum Billiglohnsektor per Mausklick. Der Kampf um Arbeitsplätze treibt immer »modernere« Blüten. Jetzt auch im Internet

Günter Platzdasch

»Ihre Vorteile: Lohn runter bei Jobs«, so wirbt eines neues Internet-Portal, das mit der Versteigerung von Billiglohnsklaven Geld verdienen will. Die Idee kam aus einer Ecke, in der man eher christliche Nächstenliebe vermutet hätte, aber die auch bekannt ist für das Subsidiaritätsprinzip (Vorrang des Privaten vor Staatlichem): Der 31jährige Jungunternehmer Fabian Löw studiert noch an der Katholischen Fachhochschule Münster Sozialarbeit. Es leuchtet ein, daß so eine Idee in einer Stadt geboren wurde, in der es anders als in Frankfurt am Main oder Berlin keinen stadtbekannten »Polen-Strich« für Schwarzarbeit und Dumpinglöhne gibt, in der andererseits viele Erfahrungen mit der studentischen Jobbörse haben.

Nun kann man vom Sessel aus zu jeder Tages- und Nachtzeit bequem bei www.jobdumping.de jemand zum Verteilen von Prospekten, zur Reparatur der defekten Spülmaschine, zum Winterfestmachen eines Anwesens mit 720-Quadratmeter-Garten oder als Supermarktkass...

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