23.11.2004 / Ausland / Seite 7

Die Balkan-Skandale des BND

Der deutsche Geheimdienst und die Zerstörung Jugoslawiens (I): Die Abspaltung Kroatiens. Eine Bilanz nach den Enthüllungen um die deutsche Kosovo-Connection

Jürgen Elsässer, Belgrad

Ohne massive Unterstützung des Bundesnachrichtendienstes (BND) hätte Jugoslawien zu Beginn der neunziger Jahre nicht zerschlagen werden können. Der BND hatte einen Teil des Agentennetzes der Nazis auf dem Balkan übernommen, vor allem ehemalige Aktivisten oder Sympathisanten der faschistischen Ustascha-Bewegung, und so seit seiner Gründung Kontakte in den kroatischen Zweig des gesamtjugoslawischen Geheimdienstes UDBA gehabt. Je schwächer die Kontrolle der UDBA-Zentrale über die Republiksgliederungen wurde, umso mehr wuchs der Einfluß der Deutschen. Erich Schmidt-Eenboom schreibt in »Der Schattenkrieger«, seinem Buch über die BND-Aktivitäten zu Zeiten der Präsidentschaft Klaus Kinkels, daß schon »unmittelbar vor dem Tode Titos« in Zagreb »alle Entscheidungen in strategischen Fragen nur noch in Absprache ... mit BND-Instanzen und Ustascha-Repräsentanten getroffen« wurden. Der jugoslawische Staatsgründer war im Frühjahr 1980 gestorben.

Die Details der Her...

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