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23.11.2004 / Ausland / Seite 3

Showdown in Kiew

Prowestliche Opposition drängt mit allen Mittel zur Macht. Hintergründe der zugespitzten Auseinandersetzungen um das Präsidentenamt in der Ukraine

Werner Pirker

Nach dem Wahlsonntag in der Ukraine, der in einer äußerst hektischen und zum Teil gewalttätigen Atmosphäre verlief, deutet einiges darauf hin, daß die Entscheidung über die Vergabe des Präsidentenamtes nicht an den Wahlurnen fällt, sondern im offenen Machtkampf zwischen dem gegenwärtigen Regierungslager und der das Monopol auf »Demokratie« beanspruchenden Opposition. Diese hatte bereits am Sonntag abend ihren Kandidaten Viktor Juschtschenko unter Berufung auf eine Befragung, die von einer »unabhängigen«, das heißt von westlichen Regierungen finanzierte Stiftung am Wahltag durchgeführt wurde, zum Sieger erklärt. 54 Prozent der Wähler hätten für Juschtschenko gestimmt und nur 43 Prozent für den amtierenden Ministerpräsidenten Viktor Janukowitsch, hieß es. Die Wahlkommission kam hingegen nach Auszählung fast aller Stimmen zu einem ganz anderen Ergebnis: Demnach lag Janukowitsch drei Prozentpunkte vor Juschtschenko. Das heißt: Schon im Prozeß der Ermittlung d...

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