Der Schwarze Kanal
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17.11.2004 / Feuilleton / Seite 12

Bibel gegen Blut

Lüge vom Postkolonialismus: In Berlin endete die Antikoloniale Afrikakonferenz

Ronald Weber

»Als die Missionare kamen, hatten sie die Bibel und wir das Land. Als wir die Augen schlossen, um zu beten und sie wieder öffneten, hatten wir die Bibel und sie das Land.« Mit diesem afrikanischen Sprichwort faßte Israel Kaunatjike, in Berlin lebender Herero, die Folgen der Kolonisierung Afrikas zusammen.

Die Aufteilung Afrikas war ein blutiges Unternehmen. Die europäischen Missionsgesellschaften, denen Siedler und Kaufleute folgten, verliehen den imperialistischen Zielen der europäischen Staaten den vordergründig zivilisatorischen Anstrich. Verdeutlicht wurde dies bei der Auftaktveranstaltung zur viertägigen Antikolonialen Afrikakonferenz, die am Sonntag in Berlin endete. Etwa 300 Menschen versammelten sich täglich in den Räumen der Alten Feuerwache gegenüber dem Springerkonzern. Als Anlaß hatte man den 120. Jahrestag der Berliner Afrikakonferenz 1884 gewählt, auf welcher sich über Status quo und Zukunft der Kolonisierung geeinigt und Afrika, einem K...

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