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25.10.2004 / Feuilleton / Seite 12

Schlechte Gewohnheiten

Nett zu entmündigten Gästen: Zur Instrumentalisierung des dritten Europäischen Sozialforums

Wolfgang Pomrehn

Europäische Sozialforen sind ein Karneval der Linken, ein schillerndes Megaevent, auf dem Zehntausende Attacis, Gewerkschafter, Frauenrechtlerinnen, Erwerbsloseninitiativler, Kommunisten, Umweltschützer, Anarchisten und Friedensbewegte einmal jährlich Solidarität und Optimismus tanken für den Klassenkampf daheim. Meist wird noch so manche neue Erkenntnis mitgenommen und der eine oder andere Kontakt. Schon die kleinste Auseinandersetzung hat heute eine internationale Komponente.

Das alles war auf dem dritten ESF, das am 17. Oktober in London endete, nicht anders. Und doch war es kein Ereignis wie seine Vorgänger. Hoch schlagen die Wogen der Kritik an der Durchführung des Forums, besonders in jenen Gruppen, die an der Vorbereitung beteiligt waren. Stein des Anstoßes ist die Dominanz der Leute um den Londoner Labour-Bürgermeister Ken Livingstone, der kürzlich in den Schoß der kriegführenden Labour Party zurückgekehrt ist, und der trotzkistischen Socialis...

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