30.06.2004 / Thema / Seite 10

Blutiger Richtungskampf

Der »Röhm-Putsch«, der keiner war. Legenden und Tatsachen um den 30. Juni 1934 (Teil II und Schluß)

Kurt Gossweiler

Nach dem Rückschlag für die NSDAP bei den Wahlen am 6. November 1932 – die Nazipartei verlor zwei Millionen Stimmen – mußten Schacht und Thyssen erleben, daß Hitler in Panik verfiel und die Nerven verlor. Er sah eine Rettung vor dem Untergang der Partei nur noch darin, daß sie in die Regierung aufgenommen wurde, auch wenn sie dabei nicht den Kanzlerstuhl besetzen konnte. Als in dieser Situation Reichskanzler Schleicher anbot, Gregor Strasser als Vizekanzler in die Regierung aufzunehmen, gab Hitler dazu seine Zustimmung. Schacht, Thyssen und Göring setzten aber sofort alles daran, Hitler zur Zurücknahme dieser Zustimmung zu bringen und Strassers Ernennung zu verhindern, was ihnen beiden auch gelang.

Darüber hinaus initiierten sie eine Eingabe einer größeren Anzahl von Industriellen und Junkern an den Reichspräsidenten Hindenburg mit der Aufforderung, Hitler zum Reichskanzler zu ernennen, die diesem am 19. November überreicht wurde. Hindenburg zögerte abe...

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