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21.06.2004 / Feuilleton / Seite 12

Zuhause

Botschaften aus dem Keller: Berlin-Kreuzberger Elektronikengel ziehen um

Hartmut Andryczuk

Vor einigen Jahren zogen Westberliner Galerien nach Mitte in die Linien- oder Auguststraße, wohl in der Hoffnung, von der politischen »neuen Mitte« Westdeutschlands zu profitieren – als würde schon der Standort für schwarze Zahlen sorgen. Heute leben hier kaum noch alteingesessene Ostberliner.

Kunst mißlingt immer, wenn sie idiotischen Trends folgt. Neben Boutiquen mit Hochzeitskleidern sind mittlerweile auch die ersten Galerien pleite gegangen. Wenn die Geschäfte der Immobilienspekulanten, Rechtsanwälte oder Online-Broker schlecht laufen, gönnen sie sich den Luxus Kunst nicht mehr (Autos, Reisen und Schmuck wollen weiterhin bezahlt werden).

Die Katzbachstraße in Berlin-Kreuzberg war nie ein Ort von besonderem kulturellen Interesse. Es gibt dort Kioske, Bäckereien, Elektronikläden, aber nicht einmal eine Videothek. Seit Ende der 90er Jahre existiert außerdem ein Architekturbüro, das lange auch Kunst zeigte. Den Auftakt machte Wolfgang Müllers großa...



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