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29.04.2004 / Inland / Seite 4

Geschichtslektion von der Anklagebank

Ex-Politbüromitglied Herbert Häber steht erneut wegen »Beihilfe zum Totschlag« vor Gericht

Harald Mühle

Die Erklärung von Professor Herbert Häber zog am Dienstag offenkundig Gericht wie Besucher in ihren Bann. Häber saß auf der Anklagebank, Ort des Geschehens war das Berliner Landgericht. Das ehemalige Mitglied des Politbüros des Zentralkomitees der SED ist der »Beihilfe zum Totschlag durch Unterlassen« in einem Fall sowie durch aktives Tun in drei Fällen beschuldigt. Bei den Toten handelt es sich um DDR-Bürger, die bei Fluchtversuchen an der Grenze zu Westberlin erschossen worden sind.

Häber war vom 25. Mai 1984 bis zum 22. November 1985 Mitglied des Politbüros und hatte im Juli 1985 einem Beschluß zur weiteren Ausgestaltung des DDR-Grenzregimes zugestimmt. Das soll angeblich sogar nach DDR-Strafrecht Beihilfe zum Totschlag gewesen sein, weshalb beispielsweise Egon Krenz und andere ehemalige Politbüromitglieder zu teilweise langjährigen Haftstrafen verurteilt worden waren.

Häber dagegen war im zweiten Politbüroprozeß vom Berliner Landgericht zusammen...



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