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10.04.2004 / Feuilleton / Seite 13

Das gelbe Grauen

Nichts reimt sich auf Forsythien. Dafür kollabieren im Brandenburger Frühling die Farbkreise. Eine Ostergeschichte von Wiglaf Droste

Wiglaf Droste

Der kühne Plan, das Land Brandenburg zu untertunneln, liegt noch immer auf Eis. Ausreisebedürftige Insassen Berlins müssen weiterhin sehr tapfer sein – ob sie wollen oder nicht, werden sie auf Reisen des Landes Brandenburg und seiner Bewohner ansichtig. Das ist nicht schön, aber speziell beim Autofahren kann man nicht gut die Augen zumachen. Also kuckt man das an.

Nur 115 Kilometer ist Berlin vom mecklenburgischen Feldberg entfernt, doch führen etwa 100 davon durch Brandenburger Gebiet. Das soll man nicht unterschätzen. Wie totgeprügelt liegt das Land herum. Der Brandenburger hält sich weitgehend in seinen Behausungen verborgen, wo er Übles ausbrütet. Er will sich rächen – wofür und an wem genau, ist nicht klar. Diffus ist sein Rachedurst: an allen und für alles; dafür, daß es ihn, den Brandenburger gibt; daß er da ist, daß er vegetiert auf der Erdkrume und seiner selbst nicht froh werden kann, niemals. Zwar keimt selbst im Brandenburger ein Restwunsch...

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