01.04.2004 / Thema / Seite 10

Der Staat und der Tod

Rassismus und Nationalismus sind keine metaphysischen Konstanten, sondern dem Wandel der ökonomischen Bedingungen und politischen Machtverhältnisse unterworfen: die radikale Linke und die jüngste deutsche Vergangenheit (Teil I)

Wolf Wetzel

Die Bereitschaft der radikalen Linken, sich mit Rassismus und Nationalismus auseinanderzusetzen, läßt sich recht genau auf die Zeit nach der Wiedervereinigung 1990 eingrenzen. Seitdem hat sich ein Großteil aus dem Spektrum »Radikale Linke« dieser Auseinandersetzung zugewandt. Dies drückte sich nicht nur in der Kritik gegenüber »reformistischen«, staatsloyalen Konzepten und Aktivitäten aus. Es fand auch seinen Niederschlag in eigenen Analysen und politischen Ansätzen.

Dieser Beitrag bemüht sich um einen Rückblick, möchte zur Bildung eines historischen Bewußtseins in der (radikalen) Linken beitragen. Allzuschnell werden bedeutsame Ereignisse und politische Interventionen zu Anekdoten, damals heiß diskutierte politische Analysen mit einem überheblichen Lächeln durch- und abgewunken.

Im folgenden möchte ich die gesellschaftlichen Bedingungen Anfang der 90er Jahre skizzieren und die Analysen und politischen Einschätzungen in Erinnerung rufen, die damals vorg...



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