24.12.2003 / Ausland / Seite 7

Das Attentat von Belgrad

Inside 2003: Serbien. Die Ermordung von Premier Djindjic veränderte das Land

Jürgen Elsässer

Attentate in Serbien waren immer Indikatoren für unheilvolle weltpolitische Veränderungen, und immer spielte das Verhältnis zu Deutschland dabei eine Rolle. Am 11. Juni 1903 starben König Alexander und seine Gattin Draga von der Hand einer Verschwörergruppe. Das Attentat im Palast glich einem Gemetzel: Die spätere Obduktion ergab 19 Schüsse und fünf Säbelhiebe für Alexander, am Körper der Königin sind 36 Schüsse und 45 Säbelhiebe gezählt worden. Damit war die Herrschaft der Obrenovic zu Ende, die den jungen Balkanstaat in immer engere Abhängigkeit zur Donaumonarchie und zum Deutschen Reich geführt hatte. Mit dem neuen König Petar kam wieder die Dynastie der Karadjordjevic an die Macht. Unterstützt vom mächtigen Geheimdienstchef Apis widmete sich der neue Regent nun dem Kampf gegen die Fremdherrschaft und der Befreiung der bosnischen Brüder. Als Gavrilo Princip, nach Selbstauskunft ein »jugoslawischer Patriot«, am 28. Juni 1914 den österreichischen Thronfo...

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