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10.12.2003 / Sport / Seite 14

Schmucklose, schlimme Stunden

Mit Colaglas, im Benz und niemals nackt: Boris Becker in seinen Memoiren

Klaus Bittermann

Bild, für dessen Chefredakteur Kai Diekmann die Penisverlängerung ein Herzensanliegen ist, weshalb er das Boulevardblatt mit den dicksten Titelbildmöpsen, die zu kriegen sind, aufmacht, quasi als eine Art Therapie, diese Bildzeitung also, die bei den meisten Artikeln bis zum Knie in Sperma, Blut, Schweiß und sonstigen Körperflüssigkeiten watet, entwickelt sich immer mehr zu einer Sozialhilfestation für ausgemusterte Stars, die hastig ihre Memoiren schreiben lassen, aus Angst, die Öffentlichkeit könnte sie womöglich vergessen, wenn sie uns nicht die Ohren damit vollheulen, wie schlimm es ist, prominent zu sein. Erstaunlich bei diesen Memoiren ist eigentlich nur, wie ereignisarm sie sind.

Und in der Tat hat Becker kaum etwas über sein Leben auf dem Tennisgeviert zu erzählen. Was auch? Vielleicht etwas in der Richtung: »Aufschlag. Zehntausend Mal geübt. Er sitzt.«? Nicht viel, aber was lesen wir wohl bei Becker über seinen ersten Wimbledon-Sieg? Genau: »...

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